Die Normalkostenrechnung stellt ein System der Kostenrechnung dar, in welchem Normalkosten einbezogen werden. Aus den Istkosten vergangener Perioden werden Durchschnitte gebildet oder eine Korrektur der Werte anhand aktueller Informationen vorgenommen.
Wird die Normalkostenrechnung langfristig umgesetzt können normalisierte Verrechnungspreise für innerbetriebliche Leistungen sowie Kalkulationssätze aus den Kostenstellen in normalisierter Form ermittelt werden. Aufgrund der Nutzung von Normalkosten anstelle von Istkosten kann eine erleichterte, beschleunigte und von Zufallsschwankungen bereinigte Abrechnung erfolgen. Gerade im Falle der Unternehmensneugründung stellt die Kostenplanung und –kontrolle eine wichtige Aufgabe dar. Aufgrund der fehlenden Vergangenheitswerte kann die Normalkostenrechnung nicht im Rahmen des Liquiditätsplans vom Businessplan Existenzgründung angewendet werden. Hier ist ein Ausweg über die Plankostenrechnung zu suchen.
Trotz der Vorteile gegenüber der Istkostenrechnung stellt die Normalkostenrechnung eine vergangenheitsorientierte Rechnung dar, die die zukunftsbezogene Plankostenrechnung nicht ersetzt. Die Durchführung der Normalkostenrechnung kann in Bezug auf die Normalisierung und Durchschnittsbildung der Kosten in verschiedenen Formen erfolgen.
Die sich aus der Differenz der Normalkosten und der Istkosten ergebende Kostenüber- oder Unterdeckung stellt einen Anhaltspunkt für die Kostenkontrolle dar, ist aber nur unzureichend für eine umfassend wirksame Kostenkontrolle geeignet.